Page 46 - weihnachtsordner
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Advent                                   mit einem Hirsch herangeritten.
                                         Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
Es blaut die Nacht, die Sternlein        die armen Menschen Freude machen?
blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.    Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
Auf Edeltännleins grünem Wipfel          s' ist alles, was ich geben kann.
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.    Knecht Ruprecht macht sich auf die
Und dort, von ferne her durchbricht      Reise,
den dunklen Tann ein helles Licht.       die Silberschellen klingen leise,
                                         im Försterhaus die Kerze brennt,
Im Forsthaus kniet bei                   die Glocke klingt, es ist Advent.
Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.

Und als das Häslein ging zur Ruh,
das Rehlein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der
Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.
Und packt sodann, es geht auf Vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Von Ferne tönt´s wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
so spät noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf goldnem
Schlitten
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