Page 59 - weihnachtsordner
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Weihnachts-Kärtl a

Ich kaaf a poor Kartn im Lod'n am Eck,
döi schick iich als Glückwunsch zum Weihnachtsfest weg;
iich such scho wos Schöins aus und wähl mit Bedacht
was sich unterm Christbaum besonders gout macht.
I
ch waas doch wies iss und wöi mer si freit,
wenn kurz vuur Weichnacht der Briefträcher leit.
'ich schreib jedn Freind an herzlichn Wunsch
gemütli - bei Lebkoung mit Plätzla und Punsch.
Nou wern döi Kärtla zum Postamt schnell bracht,
damits nu ookumma zur Heiligen Nacht!.

Am nächst'n Tooch schau iich in Briefkastin nei,
die Zeitung, a Rechnung, sunst is nix dabei
Sie wärn scho nu schreim, es is ja nu Zeit;
iich stell af meim Tiisch a Körbla bereit.....
dou solln übers Fest die Kärtla drin bleim,
döi mir meine Freind zu Weihnachtn schreibn.
Grod kumm i etz widda vom Briefkast'n her,
ka Kärtla, ka Glückwunsch, mei Körbla bleibt leer.

Am Weinachtstoog denk sich: "Heit schläfst amol aus" ...
Dou schellt mi um Siemer es Telefon raus!:
"A fröhliche Weihnacht- a glückliche Zeit
grod gröichi dei Kärtla -dös hat mi fei gfreit...."
Ich stamml verleeng und mei Red' hat kann Sinn -
wall ich nu verschlof'n und draumdeppert bin;
iich torgl ins Bood nei und göi unter di Braus'n
dou derf ich scho widda zum Telefon saus'n!
Ich schnapp mer in Hörer und bibber vuur Kält,
derwall mei Bekannter sei Storry erzählt:
"Hob Dank für dei Kärtla, iich hob mi fei gfreit -
obber Du wasst ja, zum Schreim hobbi mastn-s ka Zeit....
Su dou i trotz Störung dann endli nu bad'n
sterz nunter mei Frühstück und richt' glei in Broat'n...

Doch mei Kaffee, der is mer dann schnell vergällt,
wall zwischadurch dauernd is Telefon schellt.
Zeit wärd's für di Kniedla, die Goonz is glei waach,
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