Moderne Märchen
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Hier findest du folgende Märchen:
Sterntaler - Schneewitchen auf "Russisch" - Schneewitchen - Schnewitchen auf "Englisch" - Rumpelstilzchen - Rotkäppchen - Rotkäppchen (25 Jahre DDR-Version) - Rotkäppchen (Chemiker-Version) - Rotkäppchen (ComputerFan-Version) - Rotkäppchen (normale DDR-Version) - Rotkäppchen für MS-DOS und Windows Kinder - Rotkäppchen für Informatiker - Rotkäppchen für Studenten - Rotkäppchen auf Amtsdeutsch - Rauchermärchen - Physikermärchen - Hänsel und Gretel im 20. Jhd - Hänsel und Gretel - Hänsel und Gretel (Die heutige Jugend...) - Froschkönig aus der Sicht einer Emanze - Froschkönig für Informatiker - Erlkönig für Programmierer - Elektroliese und Graf Oszillo - Das Maerchen von Eddy Wirbelstrom und Ionchen - Dornrösschen - Computerärchen - Aschenputtel)


Sterntaler

Die Goldi war wohl'n abgewracktes Heimkind oder so, die Alten jedenfalls
waren vom Schlitten gerutscht oder hatten sich sonstwie abgemeldet. Naja,
der Bunker war auf alle Faelle fuer die Goldi gelaufen und se musste
sehen, dass sie ihren Krempel selber managte. Bis auf ihre Klamotten hatte
se Null und die Knete reichte gerade mal noch fuern doppelten Cheesburger.
Und wie se da so langschnuert und sich eben den Cheesy reinschmeissen
will, macht se son Alter an, er haette unheimlich Kohldampf und will was
zu beissen. Da gibt doch die beknackte Kuh dem Typ tatsaechlich den ganzen
Cheesy rueber, statt selber die Mampfe zu machen.
Also, wenn se eins im Heim haette schnallen koennen, dann ja wohl, dass se
auf die Tour nie an nen Goldzahn kommt. Naja, vielleicht war se ja auch
aufm Human-Trip oder so.
Jedenfalls kam da schon wieder son Macker angeschlurft, der jammerte rum,
dass ihm der Arsch abfriert und dass er unheimlich scharf auf Goldis Parka
waer. Und die, gehirnamputiert wie nix, schaelt sich aus dem Kaftan, und
der Typ dampft damit ab. Aber der dickste Hammer kommt erst noch.
Kommt doch da sone Mutter angelatscht und noelt rum, sie haette so eisige
Kaesequanten und ob sie nich Goldis Moon-Boots abstauben koennte.
Und das Weib ist doch tatsaechlich so beknackt und rueckt die auch noch
raus. Also St.Martin war da Null dagegen.
Und dann gibt die doch kurz darauf soner Braut auch noch ihre Jeans und
nem Kumpel im Wald ihr T-Shirt.
Und wie se so mit Null am Body dasteht, kommt auf einmal irre viel
Zaster von oben runtergerauscht, und nen mordsmaessigen Fummel hatt se
auch ploetzlich an. Also, mich koennen die nich ver*rschen. Entweder die
Goldi hatte unheimlich einen geschmissen und war aufm Wahnsinns-Trip oder
das Ganze ist wieder mal ne Story aus der B*ld-Zeitung
Schneewittchen auf Russisch

Snowitschenka ist gewesen eine otschen fleissige Arbeiterin auf
Kolchos in bolschoi Ukraine. Aber sie hatte domoi am Don eine
boese Stiefmatch, die war sehr boese, weil Snowitschenka machte
rabota, rabota - ueber Plan mit 140, 160 Prozent fuer grosses
unsterbliches Russland. Da machte Stiefmatch Eingabe von
Bevoelkerung an Rajon und machte, dass Snowitschenka verbannt wurde
in Erzbergwerk von Ural.
Aber Snowitschenka war charascho, schoen, schoener als roter Oktober
und sie machte weiter rabota, rabota, rabota - ueber Plan 160, 180
Prozent und sie wurde "Heldin der Arbeit"
Als Stiefmatch erfahren, dass Snowitschenka geworden ist "Heldin
der Arbeit" wurde sie sehr boese, denn sie haette selber gerne
gehabt schoenen Titel von Partei.
Stiefmatch machte nochmal Eingabe von Bevoelkerung an Rajon und
Snowitschenka wurde gegangen in Gefaengnis von Sibirien.
Die Genossen Arbeiter und Bauern waren daraufhin sehr traurig.
Anlaesslich, zu Ehren von Jahrestag von grosse Revolution bei
Oktober kam eines tages Held von Russland vorbei und hat gesehen
Snowitschenka und hat gespuert herzklopfen bei Brust. Ist sich
fortgegangen zu grosse Natschalnik von Gefaengnis und hat genommen
Snowitschenka aus grosser Not und Elend und hat geschaft boese
Stiefmatch dorthin.
Dann haben beide geheiratet und gemacht rabota, rabota im
Kollektiv ueber Plan 320, 360 Prozent.
Und wenn sie sich nicht gemacht haben kaput , so leben sie noch
heute.
Schneewittchen    

(a.d.R. im folgenden Whity genannt) Die ganze Story fing damit an, dass Whitys schwerreicher Alter es nicht ohne Weib aushalten konnte und sone geile Alte in die Bude brachte. Das war ne unheimliche Chaotin, nur Schminke und Klamotten in
der Birne. Und wenn sie ein anderes Weib sah, was dufter als sie selbst aussah, dann wurde sie rattendoll. Die Whity sah wahnsinnig scharf aus, deswegen wollte die Alte sie um die Ecke bringen. Selber hatte se aber Schiss, deswegen kaufte sie nen Typ. Der strich dann die Dollars ein, liess Whity aber laufen. Die - clever wie se is - setzte sich dann zu 7 Mackern ab, die irgendwo im Wald sone Art Kommune
aufgemacht hatten. Als sie da einlief, waren die gerade aber auf Achse. Whity musste sich wohl unbedingt was zu beissen zwischen die Malmer schieben und einen kippen, und dann hatse sich hingehauen, weil sie knallmuede war. Als die Jungs nach Hause kamen, waren die ziemlich von den Socken und liessen so Sprueche los wie : Wer hat von meiner Pizza gemampft. Wer hat von meinem Kalterersee geschlurft. Wer hat an meinem Haschpfeiflein genuckelt ? Dann sahn sie die Whity in der Poofe liegen und haben erstmal mit den Ohren geschlackert. Aber dann blickten sie echt voll durch und beschlossen, dass sie bleiben konnte.
Die beknackte Alte muss irgendwie geschnallt haben, dass Whity noch lebt und will sie jetzt selber ueber den Jordan bringen. Erst macht se auf "Fliegende Boutique" und dreht ihr nen Guertel an, zurrt den dann so saeuisch zu, dass der Whity die Puste wegbleibt und se hinknallt. Aber die Jungs kriegen sie wieder hin. Beim naechsten Mal geht die Alte als sone Art Avon-Beraterin und steckt der Whity einen
vergifteten Haarkamm in die Minipli. Den machen die Jungs locker wieder raus. Aber beim dritten Stoss muss die Whity dran glauben. Da kommt die beknackte Ziege als Baeuerin mit ungespritzten Aepfeln. Aber alles Mache : reine Arsenbomben waren das! Weil se gerade auf nem alternativen Trip ist, beisst Whity gleich voll rein und geht hopps. Die Jungs schnallen total ab, aber auf sone buergerliche Buddelei
stehen die ueberhaupt nich, deshalb stellen se se in nem Glaskasten in den Wald und verpissen sich. Der Witz ist: die Leiche vergammelt ueberhaupt nicht, weil sie nicht ordentlich tot ist, und muss noch richtig knackig ausgesehen haben. Jedenfalls kam dann ein Spross aus ner ganz noblen Family vorbei, fand die Leiche baumstark und schleppte sie sofort zu sich nach Hause ab. Unterwegs kam er ins Stolpern, dabei hustet die Leiche den Apfelmatsch wieder raus und wachte auf. Sie war auch sofort wieder topfit und riss sich den Macker gleich unter den Nagel. Und die beknackte Alte haut der Schlag oder sowas aus den Latschen, als sie spannt, dass Whity wieder durch die Gegend stiefelt und dazu noch ne irre Schnappe gemacht hat.
Schneewittchen auf Englisch

Snoweit war a Fotomodell in New York und sie strahlte verry Sex
von de Wahlplakate der Demokraten. Aber sie hatte boese Stiefmaser,
die war killing eifersuechtig und boese, weil Snoweit hatte viel
mehr Schoenheitspreise als sie.
Deshalb schickte sie Snoweit in de Rocky Montains zu de Holzfaellers.
Die Holzfaellers fanden Snoweit sexy Pompy und wahlten sie zur" Miss
Rocky Montains". Als Stiefmaser las in "Harald Tribun", dass Snoweit
nun war "Miss Rocky Montains" wurde sie sehr boese. Sie kaufte bei
bei der naechsten Flugkompeny ein Ticket und flog nach Ketchikaen in
de Rocky Montains zu de Holzfaellers. Sie gab Snoweit giftiges
Shewingum und Snoweit fiel um - wie tot.
Da wurde die Gewerkschaft de Holzfaellers sehr traurig und legte
Snoweit in einen Glassarg.
Eines Tagen kamen Erry Flint und Daniel Boone vorbei, sie sahen
wunderschoenen Mund von Snoweit und verliebten sich in sie. Da hier
einer war zuviel, zogen sie ihre Colts und feuerten blitzschnell.
Daniel Boone traf mit dem ersten Schuss zweimal  Erry Flint, der
jetzt irgendwo vor sich hinstinkt in de Praerie.
Daniel nahm sein Lasso und warf ihn nach giftigen Shewingum in
Mund von Snoweit, da machte sie die Augen auf und fiel Daniel
um den Hals.
Danach ritten beide nach Hollywood und machten eine Filmkontrakt
nach die Andere.
Und wenn sie nicht geschieden sind, so sind sie heute noch
verheiratet.
Rumpelstilzchen

Also, nicht, dass ich nicht auch mal, wenn's angebracht ist, meine
Windungen unter Strom setze und son paar Wahnsinns-Stories rauslasse. Aber
das fiel mir ja im Suff nich ein, son totalen Schwachsinn wie dieser
Vollspinner da zu erzaehlen. Seine Tochter koennte aus Stroh Gold spinnen,
das haelt man ja im Kopf nich aus. Der einzige, der komplett spinnt, ist
der wohl selber. Ist doch auch logo, dass sowas voll in die Hose gehen
muss ! Wundert mich nur, dass dieser Koenig oder was das war, nicht gleich
gemerkt hat, dass der nur unheimlich rumklotzt und absolut Null dahinter
is. Naja, kann natuerlich auch sein, er hats geschnallt und wollte dem Typ
und seiner Tochter anders einen reinjubeln. Wobei das natuerlich ne
Mordssauerei, die Tochter so zu linken, da haette er mal lieber dem Alten
ordentlich eine geballert und alles waere paletti gewesen. Jedenfalls will
dieser Koenig jetzt wissen, was Sache is, verfrachtet die gute Dame in
sone Bude, die komplett mit Stroh vollgestopft ist und laesst noch raus,
wenn am naechsten Morgen der Krempel nicht Gold waere, waer sie en Kopf
kuerzer. Sowas macht natuerlich mords Eindruck und der Dame duerfte die
Muffe eins zu zehntausend gegangen sein. Naja, jedenfalls, als se da so
auf der Couch sitzt und voll ihre Depressis kriegt, kommt da ploetzlich
son abgebrochener Typ angeschlurft und fragt, warum se denn so daemlich
rumflennen wuerde. Als sie ihm die beknackte Story verklickert hat, will
er dann von ihr wissen, was sie raustut, wenn er die Sache wieder
hinbiegt. Die flippt natuerlich komplett aus, so happy is die. Aber Kohlen
hat se keine dabei. Da rueckt sie eben ihre Halsklunker raus. Angeblich
legt jetzt der Kurze unheimlich los und spinnt wie'n Wahnsinniger, aber
das kann mir keiner erzaehlen, dass da kein Trick dabei war.
Wahrscheinlich machen die im Schloss unheimlich auf Psychoterror mit der
Dame, oder so. Die meint jedenfalls, mit dem Gold das geht alles paletti
und pooft ne Runde. Am naechsten Morgen liegt auch der ganze Zaster
ordentlich da und sie meint, jetzt koennte se Leine ziehen. Aber da hatse
sich ganz schoen geschnitten. Jetzt wird se naemlich vom Koenig in noch ne
groessere Bude mit noch mehr Stroh verfrachtet und soll nochmal in
Goldproduktion machen. Die fuehlt sich aber immer noch nicht verarscht,
gibt dem Abgebrochenem diesmal son goldenen Klunker vom Finger, obwohl
der, wenn sie ihre Zellen mal rotieren lassen wuerde, sich doch wohl jede
Menge Gold selber machen koennte. Aber koennen eben nicht logisch denken,
die Weiber (big sorry an die weibl. Fido-Teiln., steht so da :-))) TG).
Richtig beknackt wirds fuer die Dame dann eigentlich erst beim dritten
Mal. Da ist noch ne groessere Bude voll Stroh und der Koenig will sie
heiraten, wenn sie den Krempel geschafft hat. Aber jetzt hat se eben
absolut Null, was sie dem Typ noch geben koennte. Der schiebt dann wohl
ganz brutal noch ne Ladung Psycho nach und will ihr erstes Kind haben. Das
ist ja auch nich ganz neu. Jedenfalls : ohne mit der angeklebten Wimper zu
zucken oder lange zu feilschen geht der Handel klar, die Sache mit dem
Stroh laeuft und die mit der Hochzeit auch. Da flippt die Gute dann ja
wohl voellig weg ist, so high is sie, und die Story mit dem Kind hatse
wahrscheinlich bestens verdraengt oder so. Aber so locker kommt sie da
nicht raus. Kaum hat sie den Nachwuchs rausgedrueckt, da steht der Typ auf
der Matte und will sich ihn schnappen.
Erst meint sie ja noch, sie koennte die Sache mit ihrer vielen Knete
schaukeln, aber das laeuft diesmal nicht.
Statt dessen faengt wieder son Psychotrip an. In drei Tagen soll sie
seinen Namen rauskriegen, dann koennte sie den Balg behalten. Naja,
jedenfalls am dritten Tag ist se ganz schoen fickrig und voellig
geschafft, weil sie den Namen noch nicht hat, da erzaehlt ihr einer, im
Wald haette er son halblangen Typen gesehen, der waer immer rumgehuepft
und haette geschrien "O wie gut, dass niemand weiss, dass ich
Rumpelstilzchen heiss". Da haette die Dame ja nun spaetestens schnallen
muessen, dass das Ganze ne abgesprochene Kiste war. Aber se tut wohl
nicht. Naja, der Name ist natuerlich richtig, das Kind gerettet und
eigentlich alles paletti. Da setzt aber nochmal son Psycho-Klops drauf und
tut so, als wuerde er sich selber auseinanderreissen, so richtig in der
Mitte durch. Bockstark, was?! Naja, aber wenn die Dame nicht spaetestens
da total uebergeschnappt ist, wundert mich gar nichts mehr.
Ein Typ erzaehlt Rotkaeppchen

In dieser Story geht es um sonen reichen Zahn, der wohl mords knackig
aussah, aber durch die feine Family total out war. Jede Menge Klamotten
und sonen Plunder, aber dafuer immer auf liebes Maedchen machen und sonen
Scheiss. Die fuhr da aber entweder voll drauf ab oder blickte ueberhaupt
nicht durch, jedenfalls machte sie nie Rabbatz, sondern lief auch noch mit
soner affigen roten Samtmuetze rum, die ihr die Grossmutter mal verpasst
hatte. Jedenfalls durch selbige antike Dame kam dann die ganze Story ins
Rollen. Die hatte es wohl irgendwie umgehauen, wahrscheinlich Migraene
oder so, wie das bei diesen feinen Pinkeln ja immer so is. Jedenfalls lag
sie in ihrer Poofe flach und erwartete, dass die liebe Family anmarschiert
kommt. Die Alten vom Zahn hatten da wohl aber auch nicht gerade den
schaerfsten Bock drauf, jedenfalls musste der Zahn jetzt mit sonem
Fresskorb in den Wald latschen, wo der Nobelschuppen von der maroden Alten
stand.
Und wie der Zahn so durch den Wald schnuert, kommt doch son haariger Typ
angepirscht und ist unheimlich scharf auf den Zahn, weil der so heiss
aussieht. Die ist aber durch ihre scheiss buergerliche Erziehung total
verklemmt und laesst ne unheimlich bloede Quatsche raus. Der Typ denkt
wohl, dass er das schon irgendwie managed und macht auf romantisch, so mit
Bluemelein, Voegelein und heiteitei. Die kapiert aber nich die Bohne was
laeuft und will immer nur fuer die abgeschlaffte Alte Blumen griffeln. Der
Typ dreht fast durch, weil er den Zahn nich krallen kann, will aber
unbedingt zu Potte kommen. Die Story mit dem kranken Friedhofsgemuese
hatte der Zahn ja beim Blumenknacken an ihn rangelabert. Also nix wie hin
in die Villa, die alte Dame aus der Poofe geschmissen und sich schon mal
selber reingehauen. Als der Zahn endlich angeschlurft kommt, schnallt der
erst gar nix. Hat wohl seine Linsen nich drin oder is sonstwie ein
bisschen behaemmert. Vielleicht isse aber auch cleverer als se aussieht
und hat total kapiert, was Sache is, steigt aber voll auf die Masche ein.
Jedenfalls nach sonem bisschen Geplaenkel von wegen grosser Nase und Augen
und so ist die Sache geritzt, der Typ griffelt sich den Zahn und vernascht
ihn. Die Kiste waer ja auch ganz O.K. gewesen, wenn nicht die verklemmte
Lady Zoff gemacht haette. Vielleicht haettse auch selber nen Bock auf den
Typ gehabt und war jetzt sauer. Bei dieser Sorte Weiber ist ja alles drin.
Jedenfalls holt se sonen Flintenspezi als Verstaerkung. Der spielt sich
auch gleich als der dicke Macker auf und fuchtelt so lange mit seiner
Knarre rum, bis der Typ die Muecke macht, und ist auch noch stolz drauf.
Die alte lady macht sich unheimlich ueber den Fresskorb her und ist auch
ganz happy. Nur fuer den Zahn war das natuerlich beknackt, dass ihre erste
dicke Kiste so voll in die Hosen gegangen ist.
Rotkaeppchen - 25 jahre DDR

Es gab vor einiger Zeit in Thueringen noch ein riesiges Waldstueck, das noch
nicht zu einem volkseigenen Erholungsgebiet fuer die werktaetigen Massen
umfunktioniert war. In diesem Waldstueck lebte ein reaktionaerer Wolf, den man
nach der Kapitulation des faschistischen Hitler-Regimes nicht in eine
staatliche Heilanstalt eingewiesen hatte.
An einem schoenen Sommertag, man feierte gerade das 25-jaehrige Bestehen der
sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, ging ein fortschrittliches
Rotkaeppchen ganz allein durch den Wald. Es trug ein blaues Hemdchen, ein
gelbes Halstuch und ein rotes Kaeppchen auf ihrem Haar. Es wollte an diesem
Festtag der linientreuen Grossmutter dem Sozialismus zu Ehren russischen Wodka
des sowjetischen Brudervolkes schenken.
Ploetzlich begegnete ihm der boese faschistische Wolf. Er hatte eine rote
Zunge, damit niemand etwas von seinen volksverhetzenden Absichten merkte.
Rotkaeppchen ahnte auch nichts Boeses, weil sie meinte, einen ganz normalen
proletarischen Hund vor sich zu haben.
"Es lebe Iljitsch", sagte der Wolf. "Wo gehst du denn hin?"
"Ich gehe zu meiner Grossmutter in den Veteranenclub der Volkssolidaritaet",
antwortete Rotkaeppchen.
"Aha", sprach der Wolf, "dann bringe ihr doch zu Ehren unserer proletarischen
Bewegung ein Blumenstraeusschen mit, das du im nahen von Jungpionieren
angelegten Lenin-Park pfluecken kannst."
Das tat Rotkaeppchen dann auch. Der faschistoide Wolf jedoch eilte in den
Veteranenclub, frass den buergerlich-korrupten Portier, verschlang die
sozialistische Grossmutter, schluepfte in ihre Kleider, steckte sich die
Aktivistennadel an und legte sich ins Bett.
Da kam auch schon das Rotkaeppchen zur Tuer herein und fragte: "Nun, liebe
fortschrittliche Grossmutter, wie geht es dir?"
Der Wolf versuchte die volksnahe Stimme der Grossmutter nachzuahmen und
antwortete: "Gut, mein liebes Kind."
Rotkaeppchen fragte erstaunt: "Warum sprichst du heute so buergerlich-
kapitalistisch zu mir?"
"Ach, die Rednerausbildung am Vormittag hat mich zu sehr beansprucht",
antwortete der Wolf.
"Aber Grossmutter, was hast du fuer grosse Ohren?"
"Damit ich das Gefluestere der imperialistischen Volksfeinde besser hoeren
kann."
"Was hast du denn fuer grosse Augen?"
"Damit ich die CIA-Schergen besser sehen kann."
"Was hast du denn fuer einen grossen Mund?"
"Du weisst doch, dass ich im ZK der Partei taetig bin!"
Und mit diesen Worten frass der Wolf das arme Rotkaeppchen, legte sich wieder
ins Bett, schlief in seiner verantwortungslosen Art sofort ein und schnarchte
laut.
Da ging draussen eine Delegation der FDJ vorbei, ein munteres sozialistisches
Lied auf den Lippen. Die FDJ-ler hoerten das Schnarchen des Wolfes und dachten:
"Wie kann eine volksdemokratische Grossmutter nur so imperialistisch-subversiv
schnarchen?" Und als der Delegationssprecher nachsah, fand er den Wolf, liess
eine Kalaschnikow holen und schoss ihn, obwohl er nicht in der
Betriebskampfgruppe war, auf eigene Verantwortung tot.
Dann schlitzte er ihm den Bauch auf und fand Grossmutter und Rotkaeppchen noch
lebend. Um den bourgeois-dekadenten Portier kuemmerte er sich nicht, der war ja
auch schon fast verdaut.
War das eine Freude! Der Wolf wurde dem VEB Konservenkombinat zugewiesen und zu
Fleisch im eigenen Saft verarbeitet. Der Delegationssprecher durfte an der
Uniform den Orden "Held der sozialistischen Arbeit" tragen, Rotkaeppchen kam
auf die Einheitsliste der Nationalen Front und ist heute Kandidatin des ZK der
SED, und die Grossmutter durfte in einem sozialistischen Freundschaftslager in
der VR Kuba vier Wochen lang Feldarbeit fuer den sozialistischen Aufbau
leisten.
Rotkaeppchen aus der Sicht eines Chemikers

Fuer das aus der Reaktion eines unbekannten Chemikers mit seinem weiblichen
Reaktionspartner, der im folgenden kurz mit dem Trivialnamen Mutter
bezeichnet wird, hervorgegangene Produkt hat sich in der internationalen
Nomenklatur der Name 'Rotkaeppchen' allmaehlich durchgesetzt, das das seinen
Kopf bedeckende Kunstfasergewebe mit dem roten Phenazinfarbstoff Safranin
gefaebt war. Aus einer Veroeffentlichung in Carnevalistica Chimica Acta 11,11
entnahm die Mutter, dass der weibliche Reaktionspartner der Reaktion, bei
der sie ihrerseits gebildet worden war - im folgenden mit Grossmutter
bezeichnet - einem Angriff von Stoffwechselprodukten von Bakterien ausgesetzt
war. Die Grossmutter reagierte exotherm, was an einer negativen Reaktions-
waerme zu erkennen war, die von ihrer Oberflaeche an die sie umgebende Gas-
phase abgegeben wurde. Zur Erhoehung ihrer Aktivierungsenergie hatte sich
die Grossmutter auf einem sonst zu Reacrationszwecken des menschlichen
Koerpers dienenden Gestell ausgebreitet. Die Mutter entnahm ihrer
Chemikaliensammlung einige Flaschen mit Reagenzien , die geeignet waren, die
schaedlichen bakteriellen Stoffwechselprodukte nebst ihren Praeparatoren aus der
Grossmutterlauge auszufaellen. Die Reagenzien verpackte sie bruchsicher in
einem mit Holzwolle ausgekleidetem Traggestell und beauftragte Rotkaeppchen,
dieses zur Grossmutter zu befoerdern, es ermahnend, nicht das durch silika-
tische Gesteinsstuecke befestigte Wegesystem zu verlassen.
Durch Anthocyaninfarbstoffe enthaltende Bluetenblaetter liess es sich doch in
die Cellulose-Lignin-Chlorophylll-Vorraete links und rechts der Wege locken.
Dort begegnete es einem entlaufenen Versuchstier des physiologisch-chemi-
schen Institutes namens Wolf. Dieses pruefte eingehend die Reagenzien und
erkundigte sich nach ihrem Verwendungszweck. Der Wolf, der nach einer
Substanz suchte, um in seiner Verdauungsapparatur einen neuen Ansatz fahren zu
koennen, kam auf den Gedanken, dazu Grossmutterfleisch als geeignetes
Substrat zu verwenden. Er legte rasch den Weg zur Grossmutter zurueck. Da das
Tier annahm, dass Grossmutterfleisch leicht oxydierbar sei, legte es auf
schnelles Arbeiten wert und verwendete nicht wie bei frueheren Reaktions-
ansaetzen die von ihm entwickelte Fleischzerkleinerungsapparatur, die nach
ihrem Erfinder auch Fleischwolf genannt wird, sondern zwaengte die Grossmut-
ter in einem Stueck in seinen Weithalskolben. Da sich der angreifenden Saeure
jetzt nur eine geringe Oberflaeche bot, war die Reaktionsgeschwindigkeit na-
tuerlich sehr niedrig, und der Wolf legte sich auf ein von vier Stativen ge-
haltenes Liegegestell. Um Waermeverluste an die Umgebung zu vermeiden,
isolierte er sich mit Kleidung und Federbett der Grossmutter. Das Rotkaeppchen,
das bald eintraf, identifizierte den Wolf infolge zu oberflaechlicher
Analysemethoden als Grossmutter. Es begann vorsichtig, den aliquoten Teil einer
mitgefuehrten Reagenzloesung in den vermeintlichen Grossmutterhals einzupipet-
tieren. Der Wolf, der wegen der Reaktionshemmung in seinem Magen dringend
einen Katalysator benoetigte, glaubte diesen unter den Reagenzien zu
erkennen und fuellte sie alle in sich hinein, einschliesslich Rotkaeppchen und der
ganzen Flasche Barbitursaeurederivat, das der Grossmutter eigentlich als
Schlafmittel haette dienen sollen.
Zur Erklaerung dieses experimentellen Fehlers sei bemerkt, dass er mit
sauberem praeparativen Arbeiten nicht vertraut war. Die danach zu erwartende
Wirkung trat schnell ein. Der aufsichtsfuehrende Chemiker, der vom Institut
ueber das Entlaufen des Versuchstiers informiert worden war, fand den Wolf
in diesem Zustand vor. Durch starkes Stossen in der Bauchapparatur wurde er
auf eine vorschriftswidrige Beschickung aufmerksam. Er oeffnete die Apparatur
und konnte Grossmutter und Rotkaeppchen ziemlich intakt entnehmen.
Sie waren kaum angeaetzt. Den Wolf, dessen Aussenwaende durch das starke
Stossen schon Spruenge aufwiesen, zertruemmerte er vollstaendig und warf ihn
auf den Abfallplatz. Die beiden isolierten Substanzen wurden durch die
ploetzliche Lichteinstrahlung in einen angeregten Zustand versetzt. Die
schuessige Energie wurde in Form von Translations-, Rotations- und
Oszillationsbewegungen abgegeben. Der Vorfall wurde in einer Zuschrift an die
Herausgeber von Grimms Annalen der Chemie veroeffentlicht.
Rotkaeppchen fuer Computerfans

Es war einmal ein kleines, suesses Maedchen, das immer ein Kaeppchen
aus rotem Samt trug. Aufgrund dieses Attributes erhielt es ein Assign
unter dem symbolischen Namen "Rotkaeppchen".
Eines Tages sprach die Mutter: "Rotkaeppchen, die Gesundheit deiner
Grossmutter hat einen Interrupt bekommen. Wir muessen ein
Pflegeprogramm entwickeln und zur Grossmutter bringen, um das
Problem zu loesen. Verirre dich jedoch nicht im Wald der alten Sprache,
sondern gehe nur strukturierte Wege. Nutze dabei immer eine
Hochsprache der vierten Generation, dann geht es der Grossmutter
schnell wieder gut. Und achte darauf, dass dein Pflegeprogramm
transaktionsorientiert ist, damit es die Grossmutter nicht noch mehr
belastet."
Da der Weg zur Grossmutter reentrant war, traf Rotkaeppchen den Wolf.
Er tat sehr benutzerfreundlich, hatte im Background jedoch schon einen
Abbruch programmiert. Waehrend Rotkaeppchen einen GoTo ins
Blumenfeld machte, ging der Wolf im Direktzugriff zur Grossmutter und
vereinnahmte sie unverzueglich durch ein DELETE. Ohne zu zoegern gab
er sich den Anschein, kompatibel zu sein und nahm die logische Sicht
der Grossmutter an. Dann legte er sich in ihren Speicherplatz.
Kurz danach lokalisierte auch Rotkaeppchen die Adresse der Grossmutter
und trat in den Speicherraum. Vor Installation des Pflegeprogramms
machte Rotkaeppchen sicherheitshalber einen VERIFY und fragte:
"Hi Grossmutter, warum hast du so grosse Augen?"
"Weil ich zufriedene Endbenutzer gesehen habe."
"Ei Grossmutter, warum hast du so grosse Ohren?"
"Damit ich die Wuensche der User besser verstehen kann."
"Ei Grossmutter, warum hast du so ein entsetzlich grosses Maul?"
"Damit ich dich besser CANCELN kann!"
Sprach's und nahm das arme Ding als Input. Nach einem Logoff begab
sich der Wolf zur Ruhe, schlief ein und fing an zu schnarchen. Als der
Jaeger auf seinem Loop durch den Wald am Haus der Grossmutter
vorbeikam, sah er durch ein Window den Wolf im Bett liegen. "Finde
ich dich hier du alter Suender", sprach er, "ich habe dich lange gesucht!"
Als Kenner der Szene analysierte er sofort, dass nach den Regeln des
Booleschen Algebra die Grossmutter nur im Bauch des Wolfes weilen
konnte. Er nahm sein Messer und teilte den Bauch des Wolfes in
mehrere Sektoren und machte, welch Freude, die Grossmutter und das
Rotkaeppchen wieder zu selbststaendigen Modulen.
Als Input fuer den leeren Bauch des Wolfes nahmen sie viele Kilobyte
Steine und beendeten die Operation mit einem Close. Als der Wolf
schliesslich erwachte, verursachte ihm sein dermassen aufgeblaehter
Hauptspeicher solche Schmerzen, dass er an einer Storage Violation
jaemmerlich zugrunde ging. Seinen letzten Atemzug beendete er noch mit
einem Core Dump.
Da waren alle vergnuegt! Da aktivierte die Grossmutter! Rotkaeppchen
aber dachte: "Du willst nie wieder einen GO TO machen, sondern nur
noch strukturierte Wege gehen wie dir's die Mutter gesagt hat!"
Und wenn sie nicht einem Systemabsturz zum Opfer geworden sind,
duchlaufen sie noch heute die Schaltkreise.
Rotkaeppchen damals in der DDR

Rotkaeppchen war gerade dabei, ein frohes Jugendleben zu entfalten, da kehrte
die Mutter von der Versammlung der Haus- und Hofgemeinschaft zurueck.
Sie begruesste das Rotkaeppchen mit der Losung Junger Pioniere: "Bildet
Timur-Trupps und helft unseren Parteiveteranen bei der verlustlosen Einbringung
der Gartenernte!" "Rotkaeppchen" -schlussfolgerte sie "nimm in dein
Aktionsprogramm auch einen Besuch bei der Grossmutter, der verdienten
Parteiveteranin, auf! Ueberreiche ihr aus Anlass des 15-jaehrigen Jubilaeums der
Rentenerhoehung ein Stueck Obstkuchen mit Schlagcreme und eine Weinflasche mit
Fassbrause. Sie werden die Grossmutter staerken zu guten Taten fuer den Sozialismus
und im Kampf um die allseitige Durchsetzung der Neurermethoden auf dem Gebiet
einer kulturvollen Heimgestaltung.
Weiche nicht vom Bitterfelder Weg ab, und wenn du in den Wald gehst, ermahne
dich zu erhoehter Wachsamkeit gegenueber den parteifeindlichen Umtrieben des
boesen Wolfes. Seinen satirischen und dogmatischen Einfluesterungen, die vom
Klassenfeind diktiert sind, darfst du nicht zum Opfer fallen. Vergiss nicht das
blaue Halstuch und die rote Kappe. "Seid bereit ! - Immer Bereit!" antwortete
etwas traurig das Rotkaeppchen, denn es haette gern weiter ein frohes Jugendleben
entfaltet.
Aber eingedeckt der 10 Gebote der sozialistischen Moral und aufgrund seines
kaempferischen Klassenbewusstsein schaetzte es die Perspektiven seiner
jugendlichen Entwicklung richtig ein und machte sich auf den Weg. Bei seiner
Wanderung kam das Rotkaeppchen an eine Wiese, die einen Ueberplanbestand schoener
Blumen beinhaltete. Dem Rotkaeppchen gelang es, diese ungenutzten Reserven
aufzudecken und sie, unter Geringhaltung der Ausschussquote, fuer die Produktion
eines Blumenstrausses zu erschliessen.
Als Rotkaeppchen gerade dabei war, in ihr Produktionsprogramm auch die
Einfuehrung einer Pausengymnastik mit aufzunehmen, erschien der boese Wolf.
"Freundschaft" -sagte der Wolf.
"Was machst du denn hier?"
"Ich entwickle Initiative zum Besuch der Grossmutter und versuche neue Wege zu
beschreiten."
"Lass uns eine Plandiskussion fuehren ueber den komplexen Einsatz bei der
Veteranin." antwortete der Wolf, "Wir wollen beide als Kollektiv ein
Kulturprogramm aufstellen und in Kooperation ein
agitatorisch-propagandistisches Programm erstellen. Es stuermt die Hoehen der
Kultur!"
Doch im gleichen Augenblick wurde ihm ein Verbesserungsvorschlag bewusst. Er
setzte den oekonomischen Hebel an und veraenderte den Planentwurf dahingehend,
dass er im programmatischen Vorgehen in Teilabschnitten erst die Grossmutter und
dann das Rotkaeppchen seinen Versorgungsplaenen einverleiben wollte. So verstiess
er gegen die Richtlinien des Jugendfoerderungsprogramms, und Rotkaeppchen sah
sich allein gelassen.
Kurz darauf stand der verbrecherische Wolf vor dem Wohnblock, in dem die
Grossmutter durch Beziehung im Veteranenclub eine Parterrewohnung bekommen
hatte. Eingedeckt der Devise "Jeder Mann an jedem Ort, einmal in der Woche
Sport" sprang er durch das -entgegen den Vorschriften der staatlichen
Versicherung der DDR- offenstehende Fenster.
Mit der kranken Grossmutter liess er sich auf keine Diskussion ein, sondern
diktierte der Grossmutter unter Missachtung der Beratung durch die
Fuehrungsgremien einseitig seine Meinung, indem er sie einfach auffrass. Danach
versuchte der gefaehrliche Agent sich zu tarnen. Er zog Grossmutters Nachthemd
aus Dederon an und legte sich mit dem Krankenschein der SVK in der Pfote ins
Bett.
Nach einer kurzen Weile, in dem Bestreben, die Wartezeit zu verkuerzen, betrat
auch Rotkaeppchen die AWG-Wohnung der Grossmutter. Als Rotkaeppchen die
unrealistische Grossmutter erblickte, erschrak es sehr.
"Grossmutter, warum hast du so grosse Augen?"
"Ich habe eine Halbtagsbeschaeftigung als Gueterkontrolleur angenommen!"
"Aber Grossmutter, warum hast du dann so grosse Ohren?"
"Ich betaetige mich als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums fuer
Staatssicherheit!"
"Grossmutter, warum hast du aber einen so grossen Mund?"
"Weisst du denn nicht, dass ich Chefkommentator beim demokratischen Rundfunk war?
"
Der Wolf beendete die kaempferische Auseinandersetzung durch positive
Ueberzeugungsarbeit, indem er auch das Rotkaeppchen mit Haut und Haaren auffrass.
Dann legte er sich schlafen und produzierte Schnarchtoene der Gueteklasse "Q" im
Weltmassstab.
Mit einem "Spatz" vom VEB Simson-Suhl kam auf der Suche nach einer
Vertragswerkstatt ein Mitglied des Jagdkollektivs daher. Zufaellig fuehrte der
Jaeger seine Thaelmannsuperflinte 2. Wahl mit sich. Dem Wolf wurde das zum
Verhaengnis, da er es an der noetigen Wachsamkeit hatte fehlen lassen. Mit Hilfe
der Hinweise aus der Bevoelkerung gelang es dem Jaeger, den Wolf zu
identifizieren und als Geheimagent der imperialistischen Ultras zu entlarven.
Er realisierte die Toetung der scheusslichen Bestie und befreite das Rotkaeppchen
und die Grossmutter aus dem Leibe des boesen Wolfes. Doch bevor sie den Tag der
Befreiung mit Erstellung eines Kulturprogramms feierten, verfasste das
Rotkaeppchen einen Artikel fuer die "Junge Welt", mit dem sie Kritik ihrer
falschen Verhaltensweise annahm und sich vom vertrauensseligen Versoehnlertum
dem Wolf gegenueber distanzierte.
Der Jaeger hatte durch seine Befreiung der Grossmutter und des Rotkaeppchens 2
Arbeitskraefte aus der nacharbeitenden Bevoelkerung zusaetzlich erschlossen und
damit einen Zuwachs um etwa 2000,63 Mark erzielt. Er erhielt eine Praemie von
300,- Mark, ausserdem wurde ihm fuer seine Tat eine Aufbaustunde im Rahmen seiner
Selbstverpflichtung im NAW angerechnet. Die Grossmutter zeichnete freiwillig
einen Betrag zugunsten der Volkssolidaritaet, und das Rotkaeppchen liess sich von
der Grossmutter die leere Weinflasche fuer die naechste Altstoffsammlung geben.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben alle drei noch heute.
Maerchenstunde fuer MS-DOS- und Windows-Kinder Rotkaepchen auf moderne Art

Es war einmal ein kleines, 7 or 8 jaehriges Maedchen, das immer ein Kaeppchen
aus rotem Samt trug. Aufgrund dieses Attributes erhielt es ein Rename unter dem
symbolischen Namen Rotkaeppchen.
Eines Tages sprach die Mutter im Direktmodus: "Rotkaeppchen, deine Grossmutter
liegt im virtuellen Zwischenspeicher, denn ihre Gesundheit hat einen Interrupt
bekommen. Wir muessen ein Pflegeprogramm entwickeln und zur Grossmutter
bringen, um das Problem zu loesen. Verirre Dich jedoch nicht im Wald der alten
Programmiersprachen, sondern gehe immer nur objektorientierte Wege.
Verzweige Deine Wege nicht, sonst gibt es einen Error. Nutze dabei immer die
richtigen Parameter, dann geht es der Grossmutter schnell wieder gut. Und achte
darauf, dass Dein Pflegeprogramm nicht zu lang ist, damit es den Speicher der
Grossmutter nicht noch mehr belastet."
Da der Pfad zur Grossmutter in der Batchdatei gelegt war, traf Rotkaeppchen
nach wenigen Schritten den Wolf. Er tat sehr benutzerfreundlich, hatte im
Background jedoch schon einen Absturz programmiert. Waehrend Rotkaeppchen einen
direkten Zugriff auf das Blumenarray machte, ging der Wolf direkt auf die
Speicheradresse der Grossmutter und vereinnahmte sie ohne Waitstates mit einem
Delete. Ohne zu zoegern gab er sich den Anschein, kompatibel zu sein, und nahm
die grafische Oberflaeche der Grossmutter an. Dann sagte er: " *I*ch *B*in
*M*uede " und legte sich auf ihren Speicherplatz.
Nachdem Rotkaeppchen einige Blumen gestapelt hatte, sah sie, dass ihre
Rechenzeit abgelaufen war. Sie sprang mit einem Backslash direkt in das
Hauptverzeichnis ihrer Grossmutter und wechselte in das danebenliegende
Schlafverzeichnis, in dem der mit Grossmutters Daten vollgestopfte Wolf lag.
Vor Installation des Pflegeprogramms gab sie sicherheitshalber einen Verify ein
und gab Klartext aus: "Ei Grossmutter, warum hast du so grosse Augen?" - "Weil
ich lauter zufriedene Endbenutzer gesehen habe". - "Ei Grossmutter, warum hast
du so grosse Ohren?" - "Damit ich die Wuensche der User besser verstehen kann".
- "Ei Grossmtter, warum hast du so ein entsetzlich grosses Maul?" - "Damit ich
dich besser canceln kann!" Sprach's und schob das arme Ding per Direkteingabe
durchs Maul in sein Magenunterverzeichnis, waehrend Rotkaeppchen schrie: "Das
ist der falsche Befehl!" Nach einem lauten Verdauungsoutput begab sich der Wolf
zur Ruhe, schlief ein und begann laute Nadlergeraeusche zu stanzen.
Als der Jaeger auf seiner Schleife durch die gruene Baumstruktur am
Stammverzeichnis der Grossmutter vorbeikam, sah er durch ein Window den Wolf
auf der Speicherbank liegen. "Find' ich dich hier, du alter Maeusefeind",
sprach er zeichenorientiert, "dich habe ich schon lange in meinem
Suchprogramm." Als Kenner der grafischen Oberflaeche analysierte er sofort,
dass nach den Regeln der Menuefuehrung die Grossmutter nur im Gehaeuse des
Wolfs sein konnte. Er nahm seine scharfe Utility der Messerschleiferei Nerton
und partitionierte den Bauch des Wolfes in mehrere Sektoren und machte - welche
Freude - die Grossmutter und Rotkaeppchen wieder zu selbstaendigen Modulen,
sodass sie im weiteren Programmablauf Verwendung fanden.
Als neuen Input fuer den Bauch des Wolfes nahmen sie viele Kilobyte Steine und
beendeten die Operation durch Schliessen ueber eine Tastenkombination. Als der
Wolf erwachte, verursachte ihm sein auf ueber ein Megabyte aufgeblaehter
Hauptspeicher solche Kopfschmerzen, dass er an einem unbehebbaren Fehler im
Anwendungsprogramm jaemmerlich zugrunde ging und auch der sofort herbeigerufene
Arzt Dr. P. C. Tulus keinen Reset mehr durchfuehren konnte.
Da waren alle vergnuegt und tanzten mit 100 Megahertz um die 586-CPU. Die
Systemsteuerung reaktivierte die Grossmutter im Hintergrundbetrieb und
Rotkaeppchen dachte: "Du willst dein Lebtag nie wieder das Verzeichnisfenster
wechseln, wie dir's deine Mutter geboten hat." Und wenn sie inzwischen nicht im
erweiterten Speicher geloescht wurde, dann ...
Rotkaeppchen fuer Informatiker

Es war einmal ein spezifiziertes Subjekt (Kaeppchen), dem wurde ein
Feature (+rot) zugeordnet.
GROssMUTTER zeigt negative Evidenz fuer die
Wohlgeformtheitsbedingungen ihrer Oberflaechenstruktur, und
MUTTER postulierte die probabilistische Strategie:
-- Bewge diesen Output zyklischer Transformationen (Kuchen + Wein)
zu GROssMUTTER.
-- Verstosse dabei nicht gegen die Weg-Insel-Beschraenkung.
Die Strategie war funktional, scheiterte jedoch an dem Merkmalsbuendel
WOLF (+boese), das sich in der Distribution WALD befand. WOLF
dekodierte die Bewegungsregel von ROTKAePPCHEN, plazierte sich
vor diesem in die vorgesehene Position und wendete auf
GROssMUTTER eine Tilgungstransformation an.
Ein explorativ orientierter JAeGER sensierte auditiv
Dreikonsonantenkluster mit Sonoritaetsgipfel und klassifizierte das
Lautkontinuum als Schnarchen.
Nachdem er sich in eine benachbarte Position bewgt hatte, analysierte er
messerscharf die signifikannte Tiefenstruktur:
-- WOLF -- MAGEN: (Grossmutter + Rotkaeppchen).
Damit ueberliess er das Phaenomen seinem Schicksal und eilte zum
Schreibtisch, wo er diese innovatorische Erkenntnis in einer 200 Seiten
langen Arbeit niederlegte, mit der er die Umformulierte Normalosoerte
Standardisierte Intensivierte Nullifizierte Nominalphraseologie
(UNSINN) realisierte.
Durch minimale Faktorisierung wurde er auf einen professoralen
Hochsitz passiviert. Und wenn er nicht getilgt wurde, sitzt er dort heute
noch.
Rotkaeppchen fuer Studenten

Es war einmal ein Maedchen, dem wurde eindeutig eine rote Kappe zugeordnet,
wodurch es als Rotkaeppchen definiert wurde. "Kind", argumentierte die Mutter,
"werde kreativ, mathematisiere die kuerzeste Verbindung zur Grossmutter,
analysiere aber nicht die Blumen am Wege, sondern formalisiere deinen Weg in
systematischer Ordnung." Rotkaeppchen vereinigte einen Kuchen, eine Wurst und
eine Flasche Wein zu einer Menge, hinterfragte nochmal den Weg und ging los. Im
Walde schnitt ihr Weg den eines Wolfes. Er diskutierte mit ihr ueber die
Relevanz eines Blumenstrausses fuer die Grossmutter und motivierte sie, einen
geordneten, hoechstens abzaehlbaren Strauss zu verknuepfen. Inzwischen machte
der Wolf die Grossmutter zu einer Teilmenge von sich. Als Rotkaeppchen dann
ankam, fragte sie: "Grossmutter, warum hast du so grosse Augen ?" - "Ich habe
gerade meine Telefonrechnung erhalten !" - "Grossmutter, warum hast du so
grosse Ohren ?" - "Ich habe versucht, Pruefungsfragen durch die Tuer zu
erlauschen !" - "Grossmutter, warum hast du einen so grossen Mund ?" - "Ich
habe gerade versucht, das Mensaessen zu schlucken !" Darauf machte sich der Wolf zur konvexen Huelle von Rotkaeppchen. Ein Jaeger
kam, sah eine leere Menge von Grossmuettern im Haus und problematisierte die
Frage, bis sie ihm transparent wurde. Dann nahm er sein Messer und machte aus
dem Wolf eine Schnittmenge. Die im Wolf integrierten Personen wurden
schleunigst von ihm subtrahiert. Zum Wolf wurde eine maechtige Menge von
Steinen addiert. Er fiel in einen zylinderfoermigen cartesischen Brunnen, bis
seine Restmenge nicht mehr lebte.
Rotkaepchen - Amtsdeutsch

Im Kinderanfall unserer Stadtgemeinde ist eine hierorts wohnhafte, noch
unbeschulte Minderjaehrige aktenkundig, welche durch ihre unuebliche
Kopfbedeckung gewohnheitsrechtlich Rotkaeppchen genannt zu werden
pflegt. Der Mutter besagter R. wurde seitens deren Mutter ein Schreiben
zugestellt, in welcher dieselbe Mitteilung ihrer Krankheit und Pflege-
beduerftigkeit machte, worauf die Mutter der R. dieser die Auflage
machte der Grossmutter eine Sendung von Nahrungs- und Genussmitteln zu
Genesungszwecken zuzustellen.
Vor ihrer Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer Mutter schulisch
ueber das Verbot betreffs verlassens der Waldwege auf Kreisebene
belehrt. Dieselbe machte sich infolge Nichtbeachtens dieser Vorschrift
straffaellig und begegnete beim Uebertreten des diesbezueglichen
Blumenpflueckverbotes einem polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne
festem Wohnsitz. Dieser verlangete in unberechtigter Amtsanmabung
einsichtnahme in das zu Transportzwecken von Konsumgutern dienende
Korbbehaeltnis und traf in Toetungsabsicht die Feststellung, das die R.
zu ihrer verschwaegerten und verwandten, im Baumbestand angemieteten
Grossmutter eilends war.
Da wolfseits Verknappungen auf dem Ernaehrungssektor vorherrschend
waren, fasste er den Beschluss, bei der Grossmutter der R. unter Vorlage
falscher Papiere vorsprachig zu werden. Weil dieselbe wegen Augenleidens
krankgeschrieben war, gelang dem in Fressvorbereitung befindlichen
Untier die diesfallsige Taeuschungsabsicht, worauf er unter
Verschlingung der Bettlaegerigen einen Strafbaren Mundraub ausfuehrte.
Ferner taeuschte er bei der spater eintreffenden R. seine Identitaet mit
der Grossmutter vor, stellte derselben nach und durch zweitverschlingung
der R. seinen Toetungsvorstz erneut unter Beweis.
Der sich auf einem Dienstgang befindliche Waldbeamte B. vernahm
verdaechtige Schnarchgeraeusche und stellte deren Urheberschaft seitens
des Tiermaules fest. Er reichte bei seiner vorgesetzten Dienststelle ein
Toetungsgesuch ein, das dortseits zuschlaegig beschieden und bezuschusst
wurde. Nach Beschaffung einer zu Jagdzwecken zugelassenen Pulverschiess-
vorrichtung gab er in wahrgenommener Einflussnahme auf das Raubwesen
einen Schuss ab. Dieses wurde nach Empfangnahme des Geschosses ablebig.
Die Inaugenscheinnahme des Getoeteten weckte in dem Schussgeber die
Vermutung, wonach der Leichnam Personen beinhalte. Zwecks dies-
bezueglicher Feststellung oeffnete er unter zuhilfenahme eines Messers
das Tier zur Einsichtnahme und stiess hierbei auf die noch am Leben
seiende R. nebst Grossmutter.
Durch die unverhoffte Wiederbelebung bemaechtigte sich beider Personen
ein gesteigertes amtlich nicht zugelassenes Lebensgefuehl, dem sie durch
groben Unfug, oeffentliches Aergernis erregenden Laerm und Nicht-
beachtung anderer Polizeiverordnungen Ausdruck verliehen, was ihre
Haftpflichtmachung zur Folge hatte. Der Vorfall wurde von den
kulturschaffenden Gebruedern Grimm zu Protokoll genommen und bekinderten
Familien in Maerchenform zustellig gemacht.
Wenn die beteiligten nicht durch Hinscheid abgegangen und in Fortfall
gekommen sind, sind sie derzeitig noch lebhaft.
Das Rauchermaerchen

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren,, in einem fernen, fernen
Land, man nannte es jenseits von ATTIKA. An einem schoenen Sommermorgen
beschloss Johann, ein Meister des Roulettes, seine Freunde duerften auch
JOHN PLAYER zu ihm sagen, einen Ausflug in die Wueste zu machen. Johann
Player, ein ueberaus vornehmer Mann, war eine englische Adelsgroesse aus
dem Hause KINGSIZE, so eine Art LORD. An diesem Morgen war der LORD
EXTRA frueh aufgestanden, er sattelte sein Lastentier und ritt los. Er
war schon zwei Stunden unterwegs, da passierte es: Weil es ihm zu
langsam ging, peitschte er auf sein Lastentier ein und verlangte:
MERRITT! Und ploetzlich: Sein Kamel fiel TEERmassen ueber einen Stein und
der Lord in hohem Bogen in den gluehenden STEYVESANT. Das Kamel war so
erschoepft und zu keinem weiteren Schritt mehr imstande, wo es doch
schon bei der letzten ERNTE 23 Kilo abgenommen hatte. Der Lord stand
aber jetzt nicht nur dumm da, er stand DAVIDOFF. Aber er dachte sich:
Hilf Dir selbst, DUNHILLft Dir Gott! Und er machte sich auf den Weg.
Zu seinen Glueck dauerte es nicht lang, bis er auf eine fruchtige
GOULOISE traf. Am grossen Erfrischungs- wasserloch erblickte er ein
wunderschoenes Maedchen, die Tochter eines dampfenden ROTH HANDLErs .
Sofort verliebte er sich in sie und sagte: Ich HB Dich lieb. Der
Gedanke, die Frau eines Lords zu sein, gefiel ihr. Es war richtig
MARLBOROmantisch. Am Anfang wollte sie nur schmusen, aber R6. Doch es
blieb ihr keine andeREVALL. Und er dachte sich: Was mach' ich jetzt,
wenn mein LUCKY STRIKEd. Und so hatten sie bald zwei Kinder, die
hoerten auf die Namen NIKO und TINA. Alle lebten gluecklich bis ans Ende
ihrer Tage und WINDSOR nicht gestorben sind, dann rauchen sie noch
heute!
Physikalisches Maerchen

Es war einmal eine wunderschoene Prinzessin, die hiess Elektroliese und lebte
vor vielen vielen Lichtjahren im Lande Physikalien. Seit ihrer fruehesten
Jugend an war sie dem Graphen Seismo aus dem edlen Geschlecht der Tele-Graphen
zugetan. Doch Graph Seismo hatte einen Wiedersacher den Graphen Oszillo von
Kelvingrad.
Eines Abends sass Elektroliese alleine in ihrem Wilson-Kaemmerlein beim
Schein einer Bogenlampe. Die Temperat-Uhr hatte gerade zehn geschlagen, da ward
die Tuer geoeffnet und Graph Oszillo trat ein. Bevor Elektroliese nun einen
einzigen Pro-Ton aeussern konnte, hatte Oszillo sie schon in seine Gay-Lus-Sack
gesteckt und brachte sie im naechsten Dreh-Moment auf seine Druckfort-
Pflanzung.
Dort gediehen die wunderbarsten Bleibaeume, die duch ihre Quardat-Wurzeln den
saftigen Glueh-Birnen das notwendige Kristallwasser zufuehrten. Aber
Elektroliese war sehr traurig, denn sie liebte nur den Graphen Seismo.
Dieser hatte schon von der Entfuehrung gehoert, und traf Vorbereitungen,
seine Geliebte zu retten. Er schnuerte sein Strahlen-Buendel, roestete sich
noch ein paar Atomkerne und Sinnuesse und machte sich dann mir seinem getreuen
Knappen Wolfram Linse auf den Weg. Nachdem sie den elektrischen Strom
ueberquert hatten, und schliesslich durch das Bime-Tal gegangen waren,
gelangten sie in Elektrolieses Naehe. Wolfram Linse musste Wache stehen,
waehrend Seismo Elektroliese entfuehrte. Sie hatten grosses Glueck, denn der
Waechter hatte gerade einen elliptischen Anfall.
Durch das Isola-Tor gelangten sie ins freie, und jagten mit dem Farad ueber
das Kilo-Watt, vorbei an Neutronenquellen, duech Magnetfelder, bis sie sich dem
Wechselstrom naeherten. Dort liessen sie sich von der Ionos-Faehre uebersetzen
und gelangten nach einer langen Fahrt mit dem Flaschenzug in ihre Heimatstadt.
Gerade fielen die letzten Roentgenstrahlen der Abendsonne auf die summenden
Tur-Bienen, da stand der rachsuechtige Oszillo vor den Fluechtlingen. Innerhalb
einer Ampersekunde hatte Seismo sein Strom-Messer gezueckt und schleuderte es
mit seinem Kraft-Arm auf Oszillo. Doch erst mit dem Wagnerschen Hammer brachte
er das Megaherz seines Gegners zum Stillstand.
Am Abend, als Elektroliese und Seismo in der Milli-Bar sassen, entschlossen
sie sich zu heiraten.
Eine Woche darauf ward wie Hochzeit gefeiert. Gross waren die
Feierlichkeiten. Mit Zuend-Kerzen waren die Stadttore, das Akkumula-Tor, das
Kondensa-Tor und das Transforma-Tor erleuchtet. Die Kapelle spielte heisse
Loga-Rhythmen, von einem Tori-Cello begleitet, und ein Saenger sang Kath-Oden.
Zum Essen gab es Konkavlinsensuppe, Spezi-Fische, die auf Atomgittern gegrillt
worden waren, mole-kuehlte Kompon-Enten, die man mit Stimmgabeln und
Kraftmessern ass, und zum Nachtisch mehrere Dia-Gramm Phosph-Ohren, in
Elektronenschalen gewickelt.
Am naechsten Tag brachte die Hydraulische Presse einen grossen Artikel
darueber heraus.
Graph Seismo und Elektroliese lebten noch lange Lichtjahre gluecklich zusammen,
und wenn sie nicht gestorben sind, dann strahlen sie noch heute!!!
Haensel und Rotkaeppchen im 20. Jahrhundert

Es war einmal....
Haensel, Kaufmann (29), und Rotkaeppchen, Angestellte in einem
Grossmarkt (25) bekamen den Auftrag vom boesen Wolf John f. Kennedy mit
einer Pumpgun zu erschiessen, aber es sollte alles ganz anders kommen...
John f. Kennedy wohnte in einem riesigen Wolkenkratzer mitten im Wald.
Rotkaeppchen und Haensel gingen, bewaffnet mit einem Walkman, in dem
eine Kassette mit Technomusik eingelegt war (wie sollte es auch anders
sein?) und einer Pumpgun in den Wald. Um den Weg nicht zu verlieren,
nahm Haensel seinen Laptop mit einem Kartenprogramm mit in den Wald.
Doch Haensel hatte sich am Vortag einen Virus "eingeschleppt". Und so
stuerzte der Computer unwiederbringlich ab. Doch da sah Rotkaeppchen die
Freiheitsstatue und beide wussten, dass der Wolkenkratzer von John f.
Kennedy nicht mehr weit war. Da begegneten sie einem alten Mann. Haensel
und Rotkaeppchen fragten nach dem Haus von John f. Kennedy. Dieser Mann,
der in Wirklichkeit John f. Kennedy war, fuehrte die beiden Abenteurer
zu seinem Protzbau. Dabei bemerkten sie, dass der Mann der Gesuchte war,
mit dem sie da mitmarschiert waren und zueckten die Waffen. Doch Kennedy
war schneller und nahm ihnen die Pumpguns weg. Dann fuehrte er sie in
sein Luxusgefaengnis, das mit Klimaanlage und dergleichen Luxus
ausgestattet war.
Dort kam Schneewittchen, die Chefkellnerin vorbei, und fragte Haensel
und Rotkaeppchen, was diese zu essen wuenschten. Beide bestellten
jeweils 1 gebackenes Geisslein. Doch nach Beendigung des koestlichen
Mahls kam Kennedy vorbei und schlitzte ihen den Bauch auf, da er selber
die Geisslein vertilgen wollte. Danach naehte er Rotkaeppchen und
Haensel den Bauch wieder zu.
In der Nacht wachte Haensel auf und hoerte, wie Kennedy tanzte und dabei
sang: "Ach wie gut dass niemand weiss, dass ich Toni Polster heiss!".
Danach schlief Haensel wieder ein.
Am naechsten Morgen verkuendete Kennedy Rotkaeppchen und Haensel: "Wenn
ihr meinen wirklichen Namen wisst, lasse ich euch frei."
Haensel begann zu raten:
"Heisst du vielleicht Dornroesschen?"    KENNEDY: "Nein."
"Oder heisst du Rumpelstielzchen?"       KENNEDY: "Nein."
"Oder heisst du Toni Polster?"
KENNEDY: "Das hat dir bestimmt Boris Jelzin gesagt!" fluchte der
eigentliche Toni Polster.
Dann fluchte er noch: "Warum denn alle Welt gleich weiss, dass ich Toni
Polster heiss!?!", bevor er sich mit der Pumpgun den Todesschuss gab.
Die Chefkellnerin Schneewittchen befreite die beiden und nahm Haensel zu
ihrem Mann.
Rotkaeppchen kehrte zum boesen Wolf zurueck und heiratete diesen. Und
beide lebten gluecklich bis an ihr Ende.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Haensel und Gretel

In soner voellig abgewrackten Bude am Waldrand hauste sone typische
Kleinfamilie. Die zwei Alten, ein Typ und ne Tussy. Wie's eben bei soner
oeden deutschen Durchschnittsfamilie so is.
Bei seinem Job hatten se den Alten wohl geschmissen, Stelle
wegrationalisiert vielleicht, oder er hatte im Knast gesessen. Jedenfalls
hatten se absolut Null Knete und schoben einen unheimlichen Kohldampf.
Statt jetzt aber mal die Alte anschaffen zu schicken oder nen flotten
Joint-Deal zu machen, gings wieder am Nachwuchs raus. Frei nach dem Motto
: einer ist immer der Arsch! Heutzutage haetten die beiden Alten die
wahrscheinlich ins Heim abgeschoben, da kennen die ja keine Verwandten.
Oder die Sozis vom Amt waeren von sich aus gekommen und haetten die beiden
kassiert. Aber diese ganze Sorge-Kiste gabs damals wohl noch nich, oder
die Chose war den Alten nicht sicher genug. Jedenfalls kamen die dann auf
die hirnrissige Idee, mit dem Typ und der Tussy in den sauren Wald zu
heizen und dann selber die Flatter zu machen. Beim ersten Versuch ging das
fuer die Alten wohl voellig in die Hose, weil die beiden, clever wie se
waren, ne Spur geschmissen hatten. Aber beim zweiten Mal hat das irgendwie
nicht hingehauen. Da sassen die voll in der Scheisse drin und blickten
absolut Null durch. Naja, schliesslich haben die dann wohl so nen Bock auf
was zu beissen gekriegt, dass se weiter durch's Gruene gelatscht sind, um
mal zu researchen, was Sache is. Und als ihnen die Latscherei gerade
ungeheuer auf den Geist ging, kamen se dann an sone alte Bruchbude mit ner
perversen Giftspritze drin. Die war wohl auf einem Baby-Trip, jedenfalls
war die affengeil auf die Beiden. Natuerlich hat die Alte gleich
geschnallt, dass denen die Darmzotten auf Grundeis hingen, und fuellt die
beiden erstmal wahnsinnig ab. Auf den Typ muss die Alte wohl besonders
spitz gewesen sein, den wollte se gleich legen. Und die Tussy sollte sich
wohl ungeheuer einen abrackern. Aber die beiden waren ja auch nicht
gehirnamputiert und haben gleich geschnallt, was lief. Der Alten eins vor
den Latz ballern und die Muecke machen war eins. Und wie se da so wieder
durch die Pampa schnueren, steht an nem See ne weisse Ente mit nen paar
Freaks drin. Was ja schon ein mordsmaessiger Zufall ist. Jedenfalls haben
die Typen die beiden dann wohl nach Hause gekarrt, was eigentlich das
Hinterletzte ist. Aber die Alte war inzwischen abgenippelt und dem Big
Boss war die ganze Story wohl dermassen auf den Keks gegangen, dass er
voll seine Depressis hatte. Aber da konnten sich die beiden ja wohl auch
nix fuer kaufen.
Haensel und Gretel - die heutige Jugend

Es ward einmal vor langer, langer Zeit ein Geschwisterpaar, Haensel und
Gretel. Sie waren die Kinder armer Eltern, die Holz hacken mussten, um
nicht vor Kaelte zu verrecken.
Eines Morgens, es war schon Abend ward die ganze Familie im Wald um Holz
nach Hause zu bringen, da verdrueckten sich die Eltern leise, um die
Kinder ihrem Schicksal zu ueberlassen, sie konnten ihre Brut naemlich seit
langer Zeit schon nicht mehr ausstehen. Die Kinder verirrten sich im
dichten, dunklen, kalten, schwarzen, unueberschaubaren, dornigen, wirren
und haesslichen Wald. Weil sie hungrig waren suchten sie das Lebkuchenhaus
der Hexe. Sie fanden es auch, aber die Lebkuchen waren ungeniessbar,
deswegen wollten sie lieber die Hexe fressen.
Die Hexe kam heraus und floetete: "Knusper, knusper, knaeuschen, wer
knuspert an meinem Haeuschen?"
Die Kinder fielen gnadenlos ueber das arme hilflose Geschoepf her und
zerfleischten es, bis schliesslich eine Fee der Hexe zu Hilfe eilte und
die mordlustigen Bestien abwehrte.
Die Chirurgen haben 3 Stunden gebraucht, um der Hexe ihr urspruengliches
Aussehen wiederzugeben...
Und damit Ihr auch was lernen tut:
Merkt euch: Die heutige Jugend ist nicht gut!
Froschkoenig- von einer Emanze erzaehlt

(vorab an die holde Weiblichkeit : Bitte nicht persoenlich nehmen !!) Also, ich sag euch, die Frau kann man voellig vergessen. Die hatte
offensichtlich so voll alles drauf, wo die Typen unheimlich drauf
abfahren. Scharfen Body, reichen Alten und ansonsten eben so total liebe
Tussy. Kennt man ja, die Sorte. Voellig verdorben von ihrer Sozialisation
mit sonem irre antiquierten Frauenbild. Frei nach dem Motto : schoen, doof
und Klappe halten !
Logo, dass die auch keinen Job hatte oder ne Ausbildung machte oder so.
Mit dieser Kiste versuchen diese Typen die Frauen ja auch ganz konkret
matschig in der Birne zu halten, damit sie dann hinterher sagen koennen :
da sieht man(n) mal wieder, dass die Weiber nicht so viel bringen wie die
Maenner. Und in so Nobel-Schichten ist das ja auch irre stark ausgepraegt,
irgendwie. In der Unterschicht - Arbeiter und so - klappt das ja zum
Glueck nicht so einfach, da muessen eben die Frauen ackern wie die Neger,
damit die Familie laeuft. Naja und da kriegen sie ntuerlich auch sowas
wie'n Selbstwertgefuehl irgendwie. Klar, dass das auch irre wenig ist,
aber bei diesen Highsociety-Leuten, da is eben absolut Null in der
Beziehung. Der Herr des Hauses schafft das Moos mit links ran, und die
Frau ist zur Dekoration der Villa da. Mit sonem total kaputten
Selbstverstaendnis kann aus soner Frau ja auch nix werden !
Na, diese frau spielt jedenfalls im Park von der Villa mit sonem Ball rum.
Find ich ja auch schon wieder unheimlich typisch, ne. Das zeigt doch jetzt
wieder ganz konkret, dass die Null im Kopf hat. Ne normale Frau geht in
ihrer Freizeit doch auf ne Demo, malt Plakate oder liest ein vernuenftiges
Frauenbuch, wenn se nicht gerade Gruppe hat. Und was macht die da im Park?
Spielt mit nem Ball rum, da schnallt man doch ab ! Aber dass passt
natuerlich wieder voll in diese ganze Sozialisationskiste rein, irgendwie,
finde ich. Also, jedenfalls, der Ball faellt der Frau dann wohl in deren
Swimmingpool rein, und die geht total auf'm Zahnfleisch, weil se wohl
nicht selber in der Lage is, den wieder rauszuangeln. Statt also die
Roecke zu raffen und mal kurz in die Fluten zu huepfen, hockt die sich an
den Rand und flennt erstmal, dass die Baeume wackeln. Sag ich ja, dass die
voll die ganzen beknackten Verhaltensweisen von ihrer sozialen
Herkunftsschicht geschluckt hat : kommt ein Problem, wird erstmal
geflennt, statt ne Action zu starten. Ist ja auch echt toll fuer diese
Chauvis, weil die dann natuerlich wieder irre gut dastehen und den dicken
Macker markieren koennen. Darum laeuft die Kiste ja auch immer so. Weiss
man ja. Naja, das fluppt natuerlich auch bei der irre prompt. Sofort
erscheint son wahnsinnig schleimiger Typ am Beckenrand und macht auf
Retter in der Not. Aber da ist die wohl an den absoluten Oberchauvi
geraten, die Frau. Der will naemlich auch noch ne Gegenleistung irgendwie.
Aber, wenn man mal ueberlegt, eigentlich ist das ja immer so mit den
Typen. Erst schwaenzeln se um einen rum und dann machen se einen
unheimlich fertig. Is doch so ! Jedenfalls, die Frau reagiert mal wieder
echt symptomatisch und bietet diesem schleimigen Typ alles an, was se so
an Konsum-Kiki hat : Schmuck, Fummel und son Plunder. Die blickt eben auch
absolut Null durch. Was der Typ will, is doch logo. Der ist irre scharf
auf die Frau und die Knete vom Alten, ist doch immer so. Naja, jedenfalls
laesst sich die Frau wohl irgendwie bequatschen und laedt den Typ zum
Essen ein. Und damit ist die Kiste dann gelaufen. Der Alte von der ist
naemlich echt son total autoritaerer Bock. Der hat das ganze Meeting wohl
inszeniert, um der Frau ne Partie zu verschaffen, die ihm reinlaeuft oder
so. Und wie die Kerle so sind, machen se natuerlich gemeinsame Sache. Der
Alte sorgt dafuer, dass der Typ seine Tochter irgendwo legen kann. Und sie
macht natuerlich mit, weil se meint, das muesste so sein irgendwie. Der
totale Klops ist dann aber der, dass se den Typ auf einmal echt unheimlich
scharf findet, obwohl se den vorher am liebsten an die Wand geklatscht
haette. Aber, ich sag ja, die Frau kann man(n) total vergessen. Bei der
wuerde wahrscheinlich auch unsere Frauengruppe null Fisch ziehen.
Der Froeschkoenig fuer Informatiker

Ein Informatiker laeuft durch einen Wald. Ploetzlich begegnet ihm ein
Frosch. Dieser sagt: Hallo, ich bin eine verzauberte Prinzessin, kuess'
mich und ich werde dir jeden Wunsch erfuellen." Der Informatiker ist
begeistert, nimmt den Frosch auf und steckt ihn in die Tasche. Das kommt
diesem schon komisch vor. Nach einer weile fragt der Frosch: "Hallo,
hallo, ich weis nicht ob Du mich richtig verstanden hast, aber ich bin
eine verzauberte Prinzessin. Wenn du mich kuesst, verwandele ich mich
zurueck und werde dir jeden Wunsch erfuellen." Der Informatiker nimmt den
Frosch aus der Tasche und laechelt. Dann steckt er ihn wieder zurueck. Dem
Frosch wird das langsam zu doof. Nach einer weile sagt er: "Hallo, ich
will es dir nochmal erklaeren: Ich bin eine verzauberte PRINZESSIN. Wenn Du
mich kuesst, verwandele ich mich wieder in eine Prinzessin und werde alles,
aber auch alles mit Dir machen, was du willst. Mindestens eine Woche
lang." Der Informatiker nimmt den Frosch aus der Tasche und laechelt, und
steckt den Frosch zurueck in seine Tasche. Der Frosch ist nun schon richtig
sauer und sagt nach einer Weile: "Also, nun ist es aber genug. Ich habe
Dir gesagt, das ich eine verzauberte Prinzessin bin und wenn Du mich
kuesst, wieder zurueckverwandele. Ausserdem wuerde ich mit dir alles, aber
auch alles machen, was Du willst. Mindestens eine Woche lang. Was ist den
nun los ?", der Informatiker nimmt den Frosch aus der Tasche, laechelt und
sagt:" Also, ich bin Informatiker, fuer eine Freundin habe ich keine Zeit,
aber ein sprechender Frosch ist cool...!"
Der Erlkoenig fuer Programmierer

Wer tastet sich nachts die Finger klamm ?
Es ist der Programmierer mit seinem Programm !
Er tastet und hastet. Er tastet schnell,
im Osten wird der Himmel schon hell.
Sein Haar ist ergraut, seine Haende zittern,
vom unablaessigen Kernspeicherfuettern.
Da - aus dem Kernspeicher ertoent ein Gefluester
"Wer poltert in meinem Basisregister ?"
Nur ruhig, nur ruhig, ihr lieben Bits,
es ist doch nur ein kleiner Witz.
Mein Meister, mein Meister, sieh mal dort !
Da vorne schleicht sich ein Vorzeichen fort !
Bleib ruhig, bleib ruhig, mein liebes Kind,
ich hole es wieder. Ganz bestimmt.
Mein Meister, mein Meister, hoerst du das Grollen ?
Die wilden Bits durch den Kernspeicher tollen !
Nur ruhig, nur ruhig, das haben wir gleich,
die sperren wir in den Pufferbereich.
Er tastet und hastet wie besessen,
Scheisse - jetzt hat er zu saven vergessen,
der Programmierer schreit in hoechster Qual,
da zuckt durch das Fenster ein Sonnenstrahl.
Der Bildschirm flimmert im Morgenrot,
Programm gestorben, Programmierer tot !
Elektroliese und Graf Oszillo

Sehr verehrte umgekehrte Ladies und umgekehrte Geleemaenner !
Vor vielen, vielen Lichtjahren lebte im Lande Physikalien die
schoene Koenigstochter Elektro-Liese. Seit ihrer Jugend war sie
dem Grafen Oszillo vom Kathodenstrahl zugetan. Aber Graf Oszillo
hatte einen Widersacher, den Grafen Tele aus dem Geschlecht der
Photo-Grafen, der selber ein Auge auf Elektro-Liese geworfen
hatte. Eine Tages wurde Graf Oszillo auf der Jagd am Ausgang des
Wellentales von Teles Knechten ueberfallen und auf eine
Druckfort-Pflanzung gebracht, wo an den Zweigen der Bleibaeume
die herrlichsten Gluehbirnen gediehen. Durch die Quadratwurzeln
waren sie gut geerdet. Oszillos treuer Knappe Wolfram Draht
wurde mit einem Wagnerschen Hammer niedergeschlagen, obwohl er
aus allen galvanischen Batterien feuerte. Er war aber nur
verwundet und wurde von seinen Kons-Tanten gesund gepflegt.
Alsbald machte er sich mit seinem Farad auf, um seinen Herrn zu
suchen. Mit seinem uebergrossen Transformat-Ohr hoerte er bald,
wo dieser war. Es war Eile geboten, denn morgen sollte
Elektro-Liese den Grafen Tele heiraten, den sie von der ersten
Ampere-Sekunde an verabscheut hatte. Aber ihre Freundin, die
Gasana-Liese, hatte ihr zugeraten, da sie schon das
astronomische Alter von 20 Lichtjahren hatte. Bald wurden Stadt
und Land festlich geschmueckt. die fuenf Tore (Isola-Tor,
Genera-Tor, Transforma-Tor, Vek-Tor und Sek-Tor) wurden mit
Zuendkerzen erleuchtet. Graf Oszillo und Wolfram Draht bereiteten
inzwischen die Flucht vor: Sie - roesteten einige Atom-Kerne und
Kosi-Nuesse auf der Robert-Kochplatte, - zogen sich feste
Polschuhe und warme Windhosen an, - und als die Temperat-Uhr
Mitternacht schlug, schnuerten sie ihr Strahlenbuendel und
verliessen das Haus. Der Waechter hatte nichts gemerkt, da er gerade einen
elliptischen Anfall hatte. Die Tuerschloesser oeffneten sie mit
einer Bohr-Maschine von Niels, und dann jagten sie in groesster
Eile ueber die Magnet-Felder und das Kilo-Watt hin. Schon
naeherten sie sich dem Wechselstrom, der sich in grossen
Sinuskurven dahinschlaengelt. Dort rasteten sie, traenkten ihre
Pferde mit Kristall-Wasser aus einer Lichtquelle und badeten
ihre mueden Glieder, bis sie wieder ihre Hesse'sche Normalform
zurueckgefunden hatten. Spaeter liessen sie sich von einer
Atmos-Faehre uebersetzen. Die Flaschen-Zuege der Erd-Bahn
donnerten am Kraft-Fluss vorbei. Als die ersten Roentgen-Strahlen der Morgensonne zwischen den
Elektronen-Wolken hervorbrachen und die ersten Tur-Bienen
summten, kamen die beiden am Kondensa-Tor an. Sie versteckten
sich zwischen Wellenpaketen in einer Mischungs-Luecke und kamen
ungehindert in die Stadt. Voller Wis-Mut drangen sie in das
Schloss ein. Graf Tele, der in der Nacht in der Milli-Bar
gezecht hatte, wurde muehelos ueberwaeltigt und dem Gleich-Richter
uebergeben, der ihn nach dem Coulomb'schen Gesetz verurteilte.
Er liess ihn mit einem Helm-Holtz solange verpruegeln, bis er
ultraviolett war. Elektro-Liese aber fuehlte ihr Mega-Hertz
heftig schlagen, als Oszillo endlich bei ihr war.
Es begann nun eine froehliche Hochzeit. Zuerst trug der
Fern-Sprecher eine selbstverfasste Tri-Ode und die aktuellsten
In-Verse vor, dann wurde dem getreuen Knappen Wolfram das
Koordinaten-Kreuz verliehen (das Faden-Kreuz hatte er schon).
Fuer die Bewohner der Stadt wurde ein grosses Laby-Rind
gebraten, und in dem riesigen Dampfkessel brodelte ein fettes
Essen aus Konkav-Linsen und Tang-Enten. Es wurde mit Hilfe von
Belichtungs-Messern und Stimmgabeln verzehrt. Zum Nachtisch
wurden Lack-Mus und Re-Torten gereicht. Die Kapelle einigte sich
auf den richtigen New-Ton und spielte bis zum fruehen Morgen flotte
Loga-Rhythmen. Am naechsten Tag berichtete die hydraulische Presse
in allen Einzelheiten ueber das grosse Ereignis.
Das Maerchen von Eddy Wirbelstrom und Ionchen

Es war einmal zur Zeit t=0 ein armer, aber rechtschaffener Vierpol namens
Eddy Wirbelstrom. Er bewohnte einen bescheidenen moeblierten Hohlraum mit
Dielektrikum und fliessend kaltem und warmem Saettigungsstrom. In der
kalten Jahreszeit musste er fuer die Erwaermung der Sperrschichten extra
zahlen. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit Transduktorverstaerkung. Eddy liebte mit der ganzen Kraft seiner Uebergangsfunktion Ionchen.
Ionchen, die induktive Spule mit dem kleinsten Fehlwinkel im ganzen Kreise
und die Tochter der einflussreichen EMK. Ihr remanenter Ferritkoerper,
ihre symmetrischen Impedanzen und ihre ueberaus harmonischen Oberwellen
brachten auch schon ausgediente Leydener Flaschen zu Ueberschlaegen im
Dielektrikum (was viel heissen will) ! Ionchens Vater, Cosinus Phi, bekannter Industriemagnet und Leistungsfaktor
hatte allerdings schon konkrete Schaltplaene fuer die Zukunft seiner
Tochter. Sie sollte nur einer anerkannten Kapazitaet mit ausgepraegtem
Nennwert angeschlossen werden. Aber wie so oft, der Zufallsbetrieb wollte
es anders. Als Ionchen eines Tages mit ihrem Mikrofahrrad vom Friseur nach Hause
fuhr, sie hatte sich eine neue Sinushalbwelle legen lassen, da geriet
ihr ein Saettigungszahn in die Filterkette. Aber Eddy Wirbelstrom, der
die Gegend frequentierte, eilte mit minimaler Laufzeit hinzu, und es
gelang ihm, Ionchens Kippschwingung noch vor dem Maximum der Amplitude
abzufangen und gleichzurichten. Es ist sicher nicht dem Zufall zuzuschreiben, dass sie sich bald
wiedersahen. Eddy lud Ionchen zum Abendessen ins "Goldene Integral" ein.
Aber das Integral war bekanntlich geschlossen. "Macht nichts", sagte
Ionchen, "ich habe zu Mittag fast 0,2 Kilohertz gegessen und die
Saettigungsinduktion bis jetzt gehalten und ausserdem muss ich auf meine
Feldlinien achten". Unter irgendeinem Vorwand lud Eddy sie daraufhin zu einer Rundfahrt im
Rotor ein. Aber Ionchen lehnte ab: "Mir wird bei der zweiten Ableitung
immer so uebel". Und so unternahmen sie, ganz entgegen den Schaltplaenen
von Vater Cosinus Phi, einen kleinen Frequenzgang ins naheliegende
Streufeld. Der Abend senkte sich ueber die komplexe Ebene und am Himmel erglaenzten
die Sternschaltungen. Nur ein einsamer Modulator flog vorbei, sanft
plaetscherten die elektromagnetischen Wellen und die Roehren rauschten
leise. Bei der Wheatstoneschen Bruecke genossen Eddy und Ionchen innig die
leitende Verbindung. Und wenn sie nicht gedaempft wurden, dann schwingen sie noch heute.
Dornroeschen

Das muss ein ziemlich nobler Schuppen gewesen sein, wo die die Taufe
gefestet haben. Mit dem Kind das hatte am Anfang nicht so richtig
geklappt. Vielleicht war die Dame schon zu alt oder mit den Hormonen hat
was nicht gestimmt. Jedenfalls war jetzt alles unheimlich happy und liess
so richtig die Sau raus.
Unheimlich viele People waren eingeladen, aber eine von den Tanten hatten
se wieder ausgeladen, weil sie kein Geschirr mehr fuer die hatten. Und wie
das mit der Verwandtschaft so ist, die alte Schachtel war wohl unheimlich
sauer, hat nen ziemlichen Terror gemacht und rumgekeift: Das Kind sollte
sich, wenns 15 ist, an sonem spitzen Ding stechen und tot umfallen. Dann
war ihr das wohl ein bischen zu dicke und sie hat gesagt, nicht tot,
sondern nur 100 Jahre pennen sollte se. Und wie das Baby 15 war und so ne
richtig heisse Biene, da latscht sie so drch den Nobelschuppen durch,
ackern brauchte sie ja nicht, weil die Alten so viel Kies an den Fuessen
hatten. Da kommt sie an eine Tuer, die immer verrammelt war. Dahinter sass
ne Alte, wahrscheinlich die von eben, und machte mit sonem Spinnrad rum.
Irgendwie muss sie dann an ne Nadel gegriffelt haben, jedenfalls kippt sie
aus den Latschen und pennte voll ein. Und der ganze uebrige Laden machte
auch die Pofe. Um den Schuppen rum machte dann ein Mords Gruenzeug dicht.
Also unser Nachbar haette da ja einen unheimlichen Zoff wegen gemacht.
Aber so reichen Peoplen, denen kann man ja nix wollen. Es kamen ziemlich
viele starke Typen angeheizt, die scharf auf den Zahn waren und ihn
abschleppen wollten. Die kamen nicht rein und machten die Muecke.
Schliesslich kam ein unheimlich heisser Macker, der ein Sau-Glueck hatte,
weil naemlich gerade die 100 Jahre gelaufen waren. Der kam durch das
gruenzeug wie nix, geht zur Couch, wo sich der Teeny flezt, knutsch sie
ordentlich, die wacht auf und der ganze uebrige Laden auch.
Und zum Schluss haben die dann alle zusammen eine unheimlich heisse Show
abgezogen.
Computer-Maerchen

Es war einmal im Lande Info. Da lebte der Koenig Hardware. Seine
beiden Toechter waren Prinzessing Matrix, die gar haesslich
anzuschauen war sie hatte neun mal acht Pickel im Gesicht und
Prinzessin Pixel mit einem Antlitz wie ein Monochrom-Monitor. Im
Reiche trieben nun der Riese IBM und der Ritter Softwareklau sein
Unwesen, und niemand konnte sie aufhalten.
Eines Tages entdeckten die beiden Prinzessinnen jedoch einen Burschen,
der vorm Schloss im Grase lag und schlief. Auf seinem Hemd standen die
Worte " Sieben Megabyte auf einen Streich ". Die Prinzessinnen fandes
dieses komisch, weckten den Schlaefer auf und brachten ihn zum Koenig,
welcher ihn fragte, was denn die Worte auf seinem Hemd bedeuten
wuerden. Der Mann bekam es mit der Angst, denn er war nur ein
einfacher Programm-Schneider, dessen erstes 7-Megabyte-Programm auf
einen Schlag abgestuerzt war, und so sagte er zum Koenig Hardware: "
Wo ich hinhacke, bleibt kein Byte stehen ". Dieser Mann nun schien dem Koenig genau der richtige zu sein, und so
sprach er zu ihm: " Wenn du es fertigbringst, den Riesen IBM und den
Ritter Softwareklau aus meinem Reiche zu vertreiben, so sollst du eine
meiner Toechter zu Frau bekommen ". Er dachte sich, dass er dem
Programm-Schneider seine Tochter Matrix zur Frau geben koenne. Der
Schneider fand diese Idee gut und ging sogleich, um den Riesen IBM aus
dem Weg zu schaffen. Die sieben Zwerge Apple, Atari, Commodore, Acorn,
Amstrad, Olivetti und Sinclair scheuchte er als erstes aus dem Land.
Da der Riese IBM sehr langsam und schwerfaellig war, verfing er sich
in einem Datennetz und ertrank anschliessend im Datenfluss. Prinzessin
Pixel, die das Schneiderlein heimlich liebte, strickte ihm in der
Zwischenzeit einen Lochstreifen-Pullover mit einem tollen
Binaermuster. Als der Schneider nun auszog um den Ritter Softwareklau
zu fangen, winkte sie ihm hinterher und schloss dann ihre Windows,
damit er sie nicht weinen sehen konnte. Waehrend- dessen pluenderte
der Ritter Softwareklau eine Datenbank und suchte im Datenbau
verzweifelt nach dem Klammeraffen, den er aber nicht fand. Da er diese
Spezies auch nicht im Biologielexikon finden konnte, zog er sein
Handbuch zu Rate. Als sein Knappe Diskjockey endlich das Codewort
geknackt hatte, hinterliess er in einer Mail- box eine Nachricht und
machte sich ueber alle Datenberge auf und davon. Bald erfuhr der
Programm-Schneider von diesem Frevel und begab sich mit einer
Winchester-Festplatte und einem Kopierschutz mit seinem Typenrad auf
die Jagd nach dem Ritter Softwareklau. Er jagte ihn ueber den
Datenfluss, stolperte ab und zu ueber Datenblocks und verirrte sich im
Labyrint eines Datennetzes. Hier traf er dann auch Speedy Gonzales,
der im wieder hinaus half. Damit er sich nicht nochmals verirre,
kaufte er sich eine Interfacekarte. Mit ihr konnte er die Spur des
Ritters bis zum KI-Tal verfolgen. Den Ein- gang ins KI-Tal versperrte
ein Waechter. Der Schneider fragte ihn nach dem Ritter, doch der
Waechter konnte sich nur in Fortran ver- staendigen, das Schneiderlein
war aber ein Lisp-Anhaenger. Also startete der Schneider einen
schnellen Suchalgorithmus und fand auch einen Pointer in Richtung
Kaufhaus. Dort fuhr er mit dem Stack-Lift nach ganz oben bis zur
Speicher-Bar, wo lauter undurch- sichtige Datentypen rumsassen. Im
Hinterzimmer ueberraschte er dann den Ritter Softwareklau, der mit
seinen Hackern eine wilde Kopier- orgie feierte. Es kam zum Duell. Der
Ritter feuerte mit seinen Crack-Programmen von der Huefte aus. Das
Schneiderlein war jedoch schneller. Seine abgefeuerten
Kopierschutz-Mechanismen waren ein- fach schneller und besser. Das war
das Ende vom Ritter Softwareklau. Mit dem Datenzug fuhr der Schneider
zurueck zum Schloss und wurde vom Koenig mit einem freudigen Handshake
begruesst. Dieser rief nach dem Festmahl seine Tochter Matrix zu sich.
Die jedoch wollte das kleine tapfere Schneiderlein nicht und sagte zum
Koenig: " Ich dachte dass immer erst die juengsten Kinder zu Bett
gebracht werden ". Soviel Logik konnte sich der Koenig nicht verschliessen und gab seine
juengste Tochter dem Schneider zur Frau. Die Flitterwochen fanden bei
den Apfelmaennchen im Frak-Tal statt. Das tapfere Programm-Schneiderlein und seine Frau Prinzessin Pixel
bekamen viele kleine Backups, und wenn sie nicht abgestuerzt sind,
dann hacken sie noch heute.
Aschenputtel

Dieser Ruehrschinken spielt wohl in der absoluten High-Society. Der alte
Bock hat jedenfalls eine wahnsinns Knete an den Fuessen. Und als ihm seine
Frau weggenibbelt war und seine Tochter in einem Stueck flennt, da zieht
er sich noch nen hohlen Keks an Land, der unheimlich was hermacht, aber
ein totaler Flopp is. Die schleppt auch noch ihre heissen Toechter mit
ein. Die stammen aber aus der gleichen Schublade : scharf wien Skalpell
auf den Zaster, dabei aber voellig miese Zaehne.
Die drei machen die Puppe jetzt so echt zum Neger. Die haust im letzten
Loch, kriegt kaum was zu beissen und muss ackern wie'n Stier. Und nur die
Drecksarbeit, so richtig aetzend. Eines Tages ist aber der Teufel los,
weil so ne Super-Fete steigen soll. Irgend so ein total bemooster Knacker
will sich wohl nen Zahn zulegen, und alles macht sich auf, um bei dem Typ
zu landen.
Die Puppe ist eigentlich nur total heiss auf den Schwoof. Mit Typen hat
die ueberhaupt noch Null am Hut. Aber diese drei beknackten Weiber
schuetten der ne volle Fuhre Linsen in den Heizungskeller, die soll sie
rausgriffeln.
Die Puppe meint auch erst, der Zug waer jetzt abgefahren, aber dann kommen
so ein paar ausgeflippte Gestalten angejettet und machen ihr den Job in
einer affenartigen Geschwindigkeit. Als sie aber mit der Plastik-Schuessel
bei der Alten angetuckert kommt, ist wieder totale Fehlanzeige. Angeblich,
weil sie nicht ordentlich schwoofen kann und auch keinen vernuenftigen
Fummel zum Anziehen hat.
Als sie das vor den Latz geballert kriegt, heult die Puppe erst mal
wieder, statt denen mal ordentlich die Fresse zu polieren. Aber diese
irren Typen, die beim Linsenpulen mitgemischt hatten, verpassen ihr einen
wahnsinnigen Fummel und sie heizt schnell noch los.
Bei der Fete zieht die Puppe die totale Schau ab und macht diesen
bemoosten Knacker an wie nix. Aber als der jetzt bei ihr landen will,
verduftet sie in ihre Kueche und keine Sau weiss ueberhaupt, wer sie
gewesen ist. Die gleiche Story laeuft dann am naechsten Abend noch mal.
Dann hat der Typ die Schnauze aber wohl gestrichen voll, laesst seine
graue Gruetze ein bisschen rotieren und kommt auf eine geniale Idee, die
Treppen mit Kleister zu bearbeiten. Prompt bleibt dann auch einer von den
Clogs dran kleben, und der Typ sucht jetzt den richtigen Zahn zu dem
Geraet. Die beiden anderen Weiber sind so heiss auf den Typen, dass sie
sich sogar ein Stueck von ihren Kaesequanten wegsaebeln, damit sie in die
Latschen passen. Aber der rote Saft trieft voll durch. Der Typ schnallt
natuerlich, dass die den leimen wollten, und hat denen wahrscheinlich
unheimlich eine geballert. Jedenfalls, als die Puppe die Clogs steigt,
flippt der Typ fast aus, weil der den richtigen Zahn erwischt hat, knallt
sich mit ihr in seinen Ferrari und zittert ab. Naja, und die drei linken
Weiber haben sich vor Wut in den Hintern gebissen.

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