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Märchen modern

                richtig heisse Biene, da latscht sie so drch den Nobelschuppen durch,
                ackern brauchte sie ja nicht, weil die Alten so viel Kies an den Fuessen
                hatten. Da kommt sie an eine Tuer, die immer verrammelt war. Dahinter sass
                ne Alte, wahrscheinlich die von eben, und machte mit sonem Spinnrad rum.
                Irgendwie muss sie dann an ne Nadel gegriffelt haben, jedenfalls kippt sie
                aus den Latschen und pennte voll ein. Und der ganze uebrige Laden machte
                auch die Pofe. Um den Schuppen rum machte dann ein Mords Gruenzeug dicht.
                Also unser Nachbar haette da ja einen unheimlichen Zoff wegen gemacht.
                Aber so reichen Peoplen, denen kann man ja nix wollen. Es kamen ziemlich
                viele starke Typen angeheizt, die scharf auf den Zahn waren und ihn
                abschleppen wollten. Die kamen nicht rein und machten die Muecke.
                Schliesslich kam ein unheimlich heisser Macker, der ein Sau-Glueck hatte,
                weil naemlich gerade die 100 Jahre gelaufen waren. Der kam durch das
                gruenzeug wie nix, geht zur Couch, wo sich der Teeny flezt, knutsch sie
                ordentlich, die wacht auf und der ganze uebrige Laden auch.
                Und zum Schluss haben die dann alle zusammen eine unheimlich heisse Show
                abgezogen.

                Computer-Maerchen

                Es war einmal im Lande Info. Da lebte der Koenig Hardware. Seine
                beiden Toechter waren Prinzessing Matrix, die gar haesslich
                anzuschauen war sie hatte neun mal acht Pickel im Gesicht und
                Prinzessin Pixel mit einem Antlitz wie ein Monochrom-Monitor. Im
                Reiche trieben nun der Riese IBM und der Ritter Softwareklau sein
                Unwesen, und niemand konnte sie aufhalten.
                Eines Tages entdeckten die beiden Prinzessinnen jedoch einen Burschen,
                der vorm Schloss im Grase lag und schlief. Auf seinem Hemd standen die
                Worte " Sieben Megabyte auf einen Streich ". Die Prinzessinnen fandes
                dieses komisch, weckten den Schlaefer auf und brachten ihn zum Koenig,
                welcher ihn fragte, was denn die Worte auf seinem Hemd bedeuten
                wuerden. Der Mann bekam es mit der Angst, denn er war nur ein
                einfacher Programm-Schneider, dessen erstes 7-Megabyte-Programm auf
                einen Schlag abgestuerzt war, und so sagte er zum Koenig Hardware: "
                Wo ich hinhacke, bleibt kein Byte stehen ". Dieser Mann nun schien dem Koenig
                genau der richtige zu sein, und so
                sprach er zu ihm: " Wenn du es fertigbringst, den Riesen IBM und den
                Ritter Softwareklau aus meinem Reiche zu vertreiben, so sollst du eine
                meiner Toechter zu Frau bekommen ". Er dachte sich, dass er dem
                Programm-Schneider seine Tochter Matrix zur Frau geben koenne. Der
                Schneider fand diese Idee gut und ging sogleich, um den Riesen IBM aus
                dem Weg zu schaffen. Die sieben Zwerge Apple, Atari, Commodore, Acorn,
                Amstrad, Olivetti und Sinclair scheuchte er als erstes aus dem Land.
                Da der Riese IBM sehr langsam und schwerfaellig war, verfing er sich
                in einem Datennetz und ertrank anschliessend im Datenfluss. Prinzessin
                Pixel, die das Schneiderlein heimlich liebte, strickte ihm in der
                Zwischenzeit einen Lochstreifen-Pullover mit einem tollen
                Binaermuster. Als der Schneider nun auszog um den Ritter Softwareklau
                zu fangen, winkte sie ihm hinterher und schloss dann ihre Windows,
                damit er sie nicht weinen sehen konnte. Waehrend- dessen pluenderte
                der Ritter Softwareklau eine Datenbank und suchte im Datenbau
                verzweifelt nach dem Klammeraffen, den er aber nicht fand. Da er diese
                Spezies auch nicht im Biologielexikon finden konnte, zog er sein
                Handbuch zu Rate. Als sein Knappe Diskjockey endlich das Codewort
                geknackt hatte, hinterliess er in einer Mail- box eine Nachricht und
                machte sich ueber alle Datenberge auf und davon. Bald erfuhr der
                Programm-Schneider von diesem Frevel und begab sich mit einer
                Winchester-Festplatte und einem Kopierschutz mit seinem Typenrad auf
                die Jagd nach dem Ritter Softwareklau. Er jagte ihn ueber den
                Datenfluss, stolperte ab und zu ueber Datenblocks und verirrte sich im
                Labyrint eines Datennetzes. Hier traf er dann auch Speedy Gonzales,
                der im wieder hinaus half. Damit er sich nicht nochmals verirre,
                kaufte er sich eine Interfacekarte. Mit ihr konnte er die Spur des
                Ritters bis zum KI-Tal verfolgen. Den Ein- gang ins KI-Tal versperrte
                ein Waechter. Der Schneider fragte ihn nach dem Ritter, doch der

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